Braunschweiger Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts Band 2

14,95 

Eine Darstellung ausgewählter Braunschweiger Persönlichkeiten in drei Teilen

Art.-Nr.: 978-3-925-268-49-6

Produktbeschreibung

Wie schon beim ersten Band dieser Reihe „Braunschweiger Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts“, der 2012 erschien und 2013 erneut aufgelegt wurde, bemühte sich ein Team des Arbeitskreises Andere Geschichte, dieses Buch zu planen und zu entwickeln.

Was hat sich gegenüber dem 1. Band geändert?

Oft erlebten wir, dass wir die einzelnen Beiträge mit Bedauern kürzen mussten, um den gewählten Umfang von vier Seiten nicht zu überschreiten. Kurzporträts in Standardwerken, die uns in der Regel als Arbeitsgrundlage dienten, liefern zumeist lediglich Fakten zum Lebenslauf und konzentrieren sich knapp auf die Lebensleistung. Sie bleiben stumm, wenn man sich als Leser fragt: Wie war diese Leistung möglich? Dies zu beantworten erwies sich auf vier Seiten bei vielen und guten Quellen zur Person oft als nahezu unmöglich. Andererseits war bei manchen der Kurzbiografien des 1. Bandes die Quellenlage so dürftig, dass wir uns notgedrungen auf das rein Faktische beschränken mussten. Denn nicht immer erlauben Persönlichkeiten Einblicke in Herkunft, Werden und Wachsen. Für den 2. Band einigten wir uns auf eine Standardlänge von sechs Seiten, ließen jedoch jedem Autor die Freiheit, sich für vier Seiten zu entscheiden, wenn das sinnvoll oder notwendig erschien.

Im alten Land Braunschweig bestand zwischen den Orten ein enges Geflecht von Beziehungen. Theodor Stiebel wurde in Braunschweig geboren und besuchte hier die Schule, machte in Berlin Karriere, ehe er sein Werk in Holzminden begründete. Claire von Glümers Vater wurde als braunschweigischer Offizier in Toulouse geboren, besuchte das Gymnasium in Holzminden und ließ sich 1823 in Blankenburg als Rechtsanwalt und Notar nieder, wo seine Tochter geboren wurde, die später zeitweise in Wolfenbüttel lebte. So war es also konsequent für uns, nicht nur Persönlichkeiten aus der Stadt Braunschweig, sondern aus dem ganzen ehemaligen Land für diesen 2. Band zu berücksichtigen. Da sich die Landesgrenzen im Laufe der Zeit verschoben, gingen wir in der Regel von den Grenzen aus, die zwischen 1651 und 1946 bestanden.

Wir wählten als Untertitel „Stadt und Braunschweiger Land“ und sind uns bewusst, dass der Begriff „Braunschweiger“ früher lediglich eine historische Landschaft bezeichnete, während es auf den Staat bezogen z.B. Braunschweigischer Landtag oder Braunschweigischer Justizminister heißen musste. Das änderte sich in der NS-Zeit ab 1934, als die Länder des Reiches ihre bundesstaatliche Eigenständigkeit verloren. Folglich war es konsequent, die „Braunschweigische Landeszeitung“, eine landesweit verbreitete Gazette, ab 1938 „Braunschweiger Landeszeitung“ zu nennen. Durch die kleine Gebietsreform im Zuge der Gründung der Reichswerke in Salzgitter veränderte sich die alte Landesgrenze 1941: Der Kreis Holzminden kam zu Preußen, der Kreis Goslar gelangte zu Braunschweig. Durch das Potsdamer Abkommen gingen 1945 die östlichen Teile des Kreises Blankenburg und der Amtsbezirk Calvörde verloren. Im Land Niedersachsen wurde Braunschweig 1946 zum Verwaltungsbezirk. Auch dies ist Vergangenheit, seit die Bezirke als Verwaltungskörperschaften abgeschafft worden sind. Wegen dieser Veränderungen kam die alte staatsbezogene Bezeichnung „braunschweigisch“ zunehmend aus dem Gebrauch. Dass es seit einigen Jahren wieder eine „Braunschweigische Landessparkasse“ gibt, ist ein bewusst gewählter Anachronismus, denn es gibt sie nur in den Orten des ehemaligen Freistaates Braunschweig.

Die Auswahlkriterien für die vorgestellten Persönlichkeiten blieben die gleichen. Sie sollten über die Hauptstadt und die alten Landesgrenzen hinaus Bedeutung gehabt haben, im Land Braunschweig geboren sein und/oder hier längere Zeit gelebt und gewirkt haben, nach 1900 gestorben sein und keine Verbrechen begangen haben. Letzteres für die NS-Zeit zu entscheiden, fiel uns bei einzelnen Beiträgen schwer. War Friedrich Gaus, einer der brillantesten Völkerrechtler seiner Zeit, ein Straftäter, weil er mit seinen Formulierungskünsten nicht nur Stresemann beim Locarno-Vertrag 1925, sondern auch Ribbentrop beim Hitler-Stalin-Pakt 1939 gedient hatte?

Auch diesmal blieben über 50 der von uns in die Vorauswahl genommenen Persönlichkeiten unberücksichtigt, weil sie keinen Platz im Buch oder keinen Autor fanden. Da uns zudem unser Kriterium „überregionale Bedeutung“ zwang, wesentlich nur in Braunschweig bekannte Persönlichkeiten unberücksichtigt zu lassen, wollen wir diese Lücke eventuell mit einem dritten Band schließen.

 

Die AUTOREN:

Reinhard Bein (Herausgeber und Projektleiter), Herbert Blume, Regina Blume, Niels Holger Blume, Brigitte Cherubim, Georg Oswald Cott, Gudrun Hirschmann, Gilbert Holzgang, Heinz Günther Halbeisen, Hans-Ulrich Ludewig, Siegfried Panteroth, Almuth Rohloff, Isabel Rohloff, Ernst-August Roloff, Eckhard Schimpf, Manfred Urnau, Susanne Weihmann.

Die Geschichten der folgenden Personen werden erzählt:

Hermann Blumenau, Chemiker, Kolonisator – Wilhelm von Bode, Museumsfachmann, Kunsthistoriker – Hermann Bollmann, Graphiker, Kartograph – Wilhelm Bornhardt, Geologe, Berghauptmann – Gottfried Freiherr von Cramm, Tennisspieler – Hans Eckensberger, Journalist, Zeitungsverleger – Carl Erdmann, Historiker – Friedrich Gaus, Jurist, Diplomat – Claire von Glümer, Journalistin, Schriftstellerin – Gerda Gmelin, Theaterleiterin, Schauspielerin – Elisabeth Gnauck-Kühne, Pädagogin, Sozialpolitikerin – Jacques Goldberg, Schauspieler, Opernregisseur – Wilhelm Haarmann, Chemiker, Unternehmer – Friederike von Hannover, Königin von Griechenland – Christine Hebbel, Schauspielerin, Nachlassverwalterin – Reinhold Heidecke, Mechaniker, Konstrukteur – Walther von Hollander, Schriftsteller, Ratgeber – Rudolf Jahns, Maler – Adolf Just, Buchhändler, Naturheiler, Unternehmer – Franz Jüttner, Maler, Illustrator, Karikaturist – Bodo Kampmann, Goldschmied, Bildhauer, Designer – Erhart Kästner, Schriftsteller, Bibliothekar – Friedrich Ludwig Knapp, Chemiker – Robert Koldewey, Archäologe – Werner Kraft, Dichter, Philosoph, Bibliothekar – Adolf Ledebur, Metallurge, Hochschullehrer – Theodor Litolff, Musikverleger – Fritz Mackensen, Maler – Walter Mangold, Sprachwissenschaftler – Karl-Heinz Möseler, Chorleiter, Musikverleger – Karl von Müller, Kapitän zur See, MdL – Gert Munte, Unternehmer – Paul Raabe, Bibliothekar, Kulturpolitiker – Leopold Reidemeister, Kunsthistoriker, Museumsleiter – Herman Riegel, Sprachforscher – Arnold Rimpau, Unternehmer – Heinrich Rönneburg, Lehrer, Minister, MdR, MdPR – Ephraim Rothschild, Unternehmer – Karl Rowold, Botschafter – Frieda Rutgers van der Loeff-Mielziner, Malerin – Theo Schmidt-Reindahl, Bildhauer, Schulleiter – Rolf Schmücking, Kunsthändler, Galerist –       Werner Schrader, Lehrer, Offizier – Friedrich Werner Graf v. d. Schulenburg, Botschafter – Victor Schwanneke, Schauspieler, Regisseur – Edda Seippel, Schauspielerin – Oswald Spengler, Geschichts- und Kulturphilosoph – Theodor Stiebel, Diplomingenieur, Unternehmer – Albert Südekum, Journalist, MdR, Minister –        Alfred Tode, Archäologe, Museumsleiter – Constantin Uhde, Architekt, Hochschullehrer – Carl Ulrich, Journalist, MdR, Staatspräsident –             Lette Valeska, Fotografin, Archivarin, Malerin – Wilhelm Waßmuß, Dolmetscher, Diplomat, Geheimagent – Ehm Welk, Journalist, Schriftsteller –              Werner Zahn,  Jagdflieger, Rennfahrer, Bobfahrer

Weitere Informationen

Autor

Arbeitskreis Andere Geschichte (Hrsg.)