– Die aktuelle Auflage von „Braunschweiger Frauen in ihrer Zeit“ ist bereits ausverkauft! –

Seit September ist unser neues Buch „Braunschweiger Frauen in ihrer Zeit“ im Verkauf. Reinhard Bein hat das Konzept, das hinter dem Buch steht, wie folgt zusammengefasst:

„Der Titel des Buches war uns Programm. Wie wollten keine Sozialgeschichte der Emanzipation im Braunschweiger Land vorlegen, sondern an einzelnen interessanten, typischen bzw. untypischen Biografien das Leben von Frauen in ihrer Zeit darstellen. Einige der Frauen, die wir vorstellen, sind berühmt, andere gänzlich unbekannt. Fast alle aber führten durch besondere Umstände ein ungewöhnliches Leben innerhalb der engen Grenzen, die ihnen die frauenfeindlichen Gesetze der vergangenen Jahrhunderte aufzwangen. Manche von ihnen stellten sich bewusst den herrschenden Regeln entgegen, andere gerieten eher zufällig in eine Position, die der klassischen Frauenrolle widersprach. Alle repräsentieren ein Stück Zeitgeschichte.

Bis 1919 unterstanden Frauen rechtlich einem Vormund, dem Vater, dem Ehemann. Durch die Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse im 19. Jahrhundert kämpften viele Frauen gegen die bestehenden Verhältnisse. Sie organisierten sich erstmals 1865 im Allgemeinen Deutschen Frauenverein. Entsprechend ihrer Herkunft und Bildung verfolgten sie aber ganz unterschiedliche Ziele: Arbeiterinnen und Dienstmädchen litten soziale Not. Berufsmöglichkeiten für unverheiratete Frauen des Mittelstands existierten kaum. Gemäßigte Frauenführerinnen forderten die Reform der Mädchenschule und der Lehrerinnenausbildung und strebten verbesserte Bedingungen für das Studium von Frauen an den Hochschulen an. Radikale Gruppierungen setzten sich für die Gleichstellung lediger Mütter und nichtehelicher Kinder ein und problematisierten Themenbereiche wie die herrschende sexuelle Doppelmoral oder die Prostitution. Um 1910 kulminierten diese Zielsetzungen in der Forderung nach Frauenwahlrecht und Gleichstellung.

Die vorübergehende Befreiung aus der Bevormundung während der Weimarer Republik wurde mit Beginn der NS-Zeit zum Teil zurückgenommen, nicht durch Gesetz, sondern durch Verordnungen. Auch nach 1945 blieb die Ungleichbehandlung zunächst bestehen, und zum Teil besteht sie bis heute fort.“

Viel Spaß beim Lesen wünscht das Team von DöringDruck!

Die AUTOREN:

Reinhard Bein (Projektleiter, Herausgeber, Verfasser, Lektor), Regina Blume, Gudrun Hirschmann, Gilbert Holzgang, Hannelore Künne, Isabel Rohloff, Jannik Sachweh, Ulrike Schuh-Fricke, Manfred Urnau, Susanne Weihmann, Michael Wettern